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Auf der Suche nach einem Restaurant in Braga haben wir die App „The Fork“ verwendet und sind auf ein brasilianisches Restaurant gestoßen: Capim Dourado.
Der erste Besuch
Das Restaurant hatte online sehr gute Bewertungen, die allesamt besagten, dass die Gerichte authentisch sind und man hier sehr gut das Heimweh nach der brasilianischen Küche stillen kann. Genau das richtige für uns! Dort angekommen, wurden wir sehr herzlich empfangen und an unseren Tisch in der oberen Etage geführt. Das Ambiente war sehr modern und gemütlich. Überall waren Elemente und Kunst aus dem namensgebenden Capim Dourado (übersetzt „goldenes Gras“), welches typisch für eine bestimmte Region in Brasilien ist. Im unteren Bereich des Restaurants befand sich die Küche und Bar und ein paar wenige Sitzplätze. Im Laufe des Abends begann ein Gitarrist das Essen mit brasilianischen Klassikern zu begleiten und sang Lieder wie „The Girl From Ipanema“.
Unser Kellner war sehr freundlich und zuvorkommend. Er gab uns Empfehlungen zu den Speisen und Getränken und nahm unsere Bestellung komplett ohne Notizen auf (und wir haben einiges bestellt!). Die Auswahl war wirklich nicht leicht, denn am liebsten hätten wir alles bestellt. Die Getränke kamen sehr schnell und dann folgten auch schon die Vorspeisen. Hier hatten wir: knusprige Okras, Käsebrot-Popcorn, Feijoada Brühe mit Grünkohl, Coxinha aus Jackfrucht, Bananentatar mit knusprigem roten Tapioka. Zu trinken gab es frisch gepresste Säfte aus Guave und Maracuja.
Zur Hauptspeise gab es dann eine Passionsfrucht-Moqueca mit Seehecht, Garnelen und Paranuss-Reis für mich und eine Bananen-Moqueca (vegan) für meinen Mann. Diese werden frisch zubereitet, weshalb man mit einer längeren Wartezeit rechnen muss, welche wir mit den Vorspeisen und Getränken überbrückt haben. Und am Ende hat sich die Wartezeit gelohnt, die Hauptspeisen waren fantastisch! Eine Moqueca ist ein klassischer Fischeintopf aus Brasilien, der traditionell eher mit Tomaten, Paprika und Koriander gekocht wird. Die Passionsfrucht-Moqueca mit Kokosmilch war allerdings ein sehr spannender Twist. Durch die Passionsfrucht hatte sie eine wunderbar fruchtig-säuerliche Note und war perfekt auf den Fisch abgestimmt.



Am Ende waren wir so satt, dass wir leider keinen Platz für die Nachspeise hatten. Das hat uns so traurig gemacht, dass wir für den nächsten Abend direkt noch einen Tisch reservierten. So konnten wir die anderen Gerichte noch testen und dieses Mal hoffentlich auch zum Nachtisch gelangen!
Der zweite Besuch
Am nächsten Tag wurden wir wieder herzlich empfangen und vom selben Kellner bedient. Er nahm die Bestellung wieder ohne Notizen auf und wieder kam alles ohne Fehler. Einfach beeindruckend! Auch an diesem Abend wurden wir beim Essen von Live-Musik begleitet.
Zur Vorspeise bestellten wir dieses Mal wieder Käsebrot-Popcorn, handgemachte Wurst mit Käsebrot und einen gegrillten, frischen Käse mit Honig. Im Anschluss gab es für meinen Mann einen Amazonassalat mit Okra, Quinoa, frischem Käse, Kirschtomaten, Süßkartoffeln, roter Tapioka, Salat und einer Orangen-Vinaigrette. Ich entschied mich für eine gegrillte Schweinerippe, mit Guave glasiert, geröstetem Maiskolben und Maniokfritten.
Und dieses Mal schafften wir dann auch den Nachtisch! Wir bestellten klassisch Pudim, was einem Flan ähnelt, und der Empfehlung des Hauses „Cocada do Capim“. Eine noch warme Süßigkeit aus Kokosraspeln mit Tapioka-Eis und knuspriger Kokosfarofa – ein wahres Highlight!






Vom Empfang bis zum Bezahlen und Verabschieden war der Service stets professionell, aufmerksam und herzlich. Wir bezahlten an beiden Abenden jeweils rund 80 Euro. Für Portugal sicherlich im gehobenen Bereich aber für deutsche Verhältnisse absolut im Rahmen.
Man spürt die Liebe zum Detail in jedem Aspekt: Die Produkte sind hochwertig, frisch und werden mit spürbarer Leidenschaft zubereitet. Das Team ist perfekt aufeinander eingespielt, alles läuft reibungslos. Solch eine stimmige und herzliche Erfahrung macht man leider viel zu selten – deshalb ist dieses Restaurant eine klare Empfehlung!
Dass wir sogar zweimal hintereinander im selben Restaurant gegessen haben, ist uns bisher noch nie passiert. Das authentische brasilianische Essen, das hier serviert wird, haben wir im Schwabenländle bisher bedauerlicherweise nicht gefunden – umso schwerer fiel uns der Abschied.
Fazit: Ein rundum stimmiges Erlebnis – hervorragendes Essen, herzlicher Service und echte Leidenschaft machen dieses Restaurant zu einem Ort, den man unbedingt besuchen sollte. Übrigens gibt es das Restaurant auch in Porto.
Capim Dourado
Campo das Hortas 12
4700-443 Braga, Portugal
instagram.com/capimdourado.pt
